|
Athen - Porto Cheli |
Unser
Schiff, eine Ocean Star 51.1Rein zufällig liegt hier in Ermioni der gleiche Schiffstyp direkt daneben. Übrigens: die Charterschiffe in Griechenland führen ( meist - wie Sie sehen, hab ich das bis Ermioni vergessen ) die Nationalflagge des Charterers unter der Steuerbordsaling. Können Sie erkennen, woher unser Nachbar kommt? Die Lösung: Norwegen. Nette Leute waren das
Endlich mal ein Griechenland - Törn im Herbst. Es ist Ende September, die Zeit, die mir die Griechen immer empfohlen
haben für einen Segeltörn: es ist nicht mehr so heiß wie im Sommer, obwohl
noch warm genug, verglichen mit den Sommern auf der Ostsee. Ich muss zugeben: bisher habe ich Griechenland - Törns oft im Mai oder Anfang Juni gemacht (dann ist das Land noch grün und nicht so verdorrt wie im Sommer und Herbst). Und dann ist es schon eine kleine Überwindung, nach einer schönen Nachtfahrt, in der Ankerbucht kurz nach Sonnenaufgang angekommen - wenn in der Pantry schon die Spiegeleier in der Pfanne brutzeln -, vor dem Frühstück schnell noch mal in das klare Wasser der Bucht zu springen. OK, diesmal also die letzte September - Woche ( in der Saison 2000 ) und der Starthafen ist Athen. Den Vercharterer kenne ich. Ich chartere schon lange in Griechenland und
habe einige Erlebnisse hinter mir mit kleinen und großen Firmen ( vielleicht
dazu mal mehr in anderen Törnberichten ). Jetzt kommt für mich nur noch ein
einziger Vercharterer in Frage. Der hat Service auf seine Fahnen
geschrieben, und die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und das
Entgegenkommen habe ich in der ganzen Branche noch nicht wieder gefunden
( Lesen Sie auf der Startseite: ich mach das seit 18 Jahren - und zweitens:
ich schwöre, ich bekomme nicht einen Euro oder einen Chartertag für diese
Worte, sie sind also ehrlich gemeint - drittens: sollte nachträglich doch
ein Angebot kommen, werd ich deswegen diesen Text nicht ändern ;-). Also: die Mannschaft setzt sich in die Jets nach Athen, die meisten von Köln aus, und ich komme mit zwei Mitseglern von Berlin. Viele haben ihre Tickets günstig von unserem Vercharterer bekommen, einige fliegen ihre gesammelten Meilen ab. Und damit beginnt das Erlebnis: ein neuer Törn durch griechische Gewässer, viel Spaß beim Lesen.
|
|
Ankunft in Athen: Taxistreik
Ich komme mit den Berliner Mitseglern gegen 15 Uhr in Athen an. Morgen Nachmittag soll das Schiff übergeben werden, also ist noch Zeit zum Sightseeing. Kaum kommen wir mit unseren Seesäcken aus dem Flughafengebäude, gibt es schon die erste Überraschung: weit und breit ist kein Taxi zu sehen. Na gut, ich hab ja auf der anderen Seite des Flughafens auch schon mal eine Viertelstunde auf ein Taxi warten müssen. Aber so langsam kristalliert sich heraus: heute gibt es überhaupt keine Taxis! Als wir endlich eins entdecken, entpuppt sich das als Streikposten, noch am wenigsten bereit, uns irgendwohin zu fahren. Nun ja, es gibt ja noch den Bus. Tatsächlich reicht mein Griechisch aus,
um die Pläne zu entziffern, welche Linie es ist, die am Yachthafen Kalamaki
entlang fährt und wo die richtige Haltestelle ist. Über unseren Vercharterer haben wir Hotelzimmer gebucht, praktisch gegenüber dem Yachthafen und wir finden das Hotel auch ganz gut, auch wenn wir besser noch eine Haltestelle weiter gefahren wären. Bald schon sind wir im Hafen am Steg 8, wo Jason - Charter die Schiffe übergibt. Und da ist auch schon Stefan, der griechische Vertreter des Vercharterers (keine Sorge, der spricht besser deutsch als mancher Deutsche). Er begrüßt uns herzlich, obwohl er ja noch gar nichts für uns tun kann, verspricht uns das Schiff für morgen Abend und gibt uns Tipps für Athen. Das mit dem Taxistreit stört ihn natürlich auch, er hätte uns gern vom Flughafen abgeholt, aber weil wir so viel zu früh sind, haben wir unsere Ankunft nicht angekündigt. In der Nacht haben wir dann ein Problem: Unsere Mitsegler kommen aus Köln, gegen Mitternacht an. Wir wollen die natürlich abholen und die Buslinie kennen wir schon ganz gut. Schnell werfe ich am Flughafen noch einen Blick auf den Busfahrplan und sehe entsetzt: der letzte Bus geht um 0.20 Uhr, der Flieger soll planmäßig um 0.10 Uhr landen. Das wird nicht klappen! Verhandlungen mit Autovermietern sind interessant: die Preise sind in astronomischer Höhe (Taxistreik) und die Rückgabe eines Mietwagens scheint in Athen ein Abenteuer besonderer Art zu sein und ist nur an wenigen Stellen zu ganz bestimmten Zeiten möglich. Wie sollen wir jetzt mit den Dazukommenden (4 Erwachsene, 3 Kinder) zum Hotel kommen? Stefan rettet uns und fährt mit einem kleinen Pick-up-Truck drei mal hin und her. Dann sind die Kinder im Bett und die meisten Erwachsenen finden gegen zwei Uhr nachts auch noch eine kleine Taverne wo wir mit griechischem Wein und einem kleinen Imbiss auf den Törn anstoßen. Zwei Dinge sind mir aufgefallen: zum einen ist erstaunlich, wie gelassen
und souverän die Griechen und auch die Gäste mit den fehlenden Taxis
umgehen. Es gibt kaum Gezeter und Geschimpfe und alle finden irgendwie einen
Weg, ihr Ziel zu erreichen. Ich denke kurz mal darüber nach, es gäbe einen
Tag lang keine Taxis in Berlin - Tegel...
|
Korfos
Gut, ich gebe es zu, ich hab das Schiff ziemlich voll gepackt. Zuerst war da nur die Familie mit drei Kindern, gute Bekannte, die endlich mal mit mir in Griechenland segeln wollten. Wenn so ein Törn dann konkret steht, dann kommen oft noch weitere Teilnehmer dazu: zuerst ein mit meinen Bekannten befreundetes Ehepaar und dann das Ehepaar aus Berlin. Macht zusammen 10 Leute, was für ein 10-11 - Kojen - Schiff sehr viel ist. Aber alle waren einverstanden und letztlich war es eine sehr angenehme Gruppe. Wir segeln bei wenig Wind quer über den Saronischen Golf nach Westen. Da gegenüber gibt es eine kleine Bucht, in der kann man eigentlich nur ankern, wären da nicht zwei Tavernen, deren Eigner die Idee hatten, vor ihrer Taverne das Ufer zu befestigen und ein paar Moorings auszulegen. Da liegt man super sicher ( nur nicht zu dicht ranfahren - so ganz senkrecht geht das da nicht ins Wasser! ) und hat die Taverne gleich am Schiff. Die Tavernenwirte stellen Duschen zur Verfügung und sind extrem freundlich. Als ich das erste Mal in die Bucht kam, hab ich bei Jorgos angelegt, weil er derjenige von den beiden war, der am meisten gehopst ist und am heftigsten gewunken hat. Das ist übrigens dann ein besonderes Erlebnis: mit einem eiskalten Cafe frappe (für mich bitte sketo oder metrio) an einen der Tavernentische setzen und zuerst die beiden Wirten zuschauen, wie sie sich um die herankommenden Yachten bemühen (das ist echter Einsatz im Kunden - Marketing!) und dann den Skippern zuschauen, ob sie das Mooring - Manöver schon oft genug geübt haben... Dieses Jahr hat Jorgos ein Problem: über die Saison haben ihm einige Superskipper die Mooring - Leinen weggefetzt (die Manöver dazu kann er recht drastisch und wirklichkeitsnah schildern). Jetzt bekommt er statt normalerweise sechs Schiffe nur noch zwei an seine Pier. Als aber das dritte Schiff kommt, ist das offenbar auch ein alter Bekannter von Jorgos. Da kann der Wirt nebenan machen was er will: der Skipper lässt sich kurz erklären, dass keine Mooring - Leine mehr da ist, packt den Anker aus und fährt ein tolles Buganker - Manöver. Klar, es war Zufall damals, und ganz sicher ist der andere Tavernenwirt
nebenan genau so nett, aber jetzt nebenan festzumachen, um das
auszuprobieren kann auch ich dem freundlichen Jorgos einfach nicht antun.
Abends zeigt Jorgos dann wieder mal, wie gut er Fische grillen kann. Nach dem Essen sind die Kinder neugierig aufs Schlauchboot. Na ja, es kann nicht schaden, wenn möglichst viele mit dem Ding umgehen können und der Berliner ist auch gleich bereit, die drei Kinder zu begleiten. Und so brechen die dann in der Dunkelheit, ausgestattet mit mehreren Taschenlampen zu einer Schlaucher - Exkursion über die Bucht auf. Fazit: ein schöner Segeltag, die Mannschaft hat schnell zusammengefunden und auch die Kinder sind akzeptiert. Es macht Spaß, wieder zu segeln und Korfos war mal wieder Spitze, auch wenn der Ort selbst nicht sehr viel hergibt. Ein Navigationshinweis noch: ich habe ich drei Revierbeschreibungen drei unterschiedliche Zeichnungen der Bucht gesehen, wobei die Anlegemöglichkeiten sehr unterschiedlich platziert (ich weiß, die neue deutsche Rechtschreibung sagt: platziert, aber da wehrt sich noch was in mir dagegen) waren. Nicht verwirren lassen! Wenn man von der Mitte der Bucht auf die rotbraune oder blauweiße Tavernen - Markise zufährt (da ist das Haus mit der seltsamen Wendeltreppe in der Nähe) dann kommt man richtig an. |
|
|
|
Angistri und Poros
Am nächsten Tag fahren wir erst einmal wieder etwas nach Osten. Einige wenige Seemeilen nur. Da ist die Insel Angistri, die in ihrem südlichen Teil einige hübsche Buchten hat. Ich persönlich mag am liebsten die westlichste davon, weil die andere (genauer die dritte) mit der Taverne immer recht schnell voll wird, während ich in meiner Bucht in der Regel lange Zeit alleine bleibe. Nun, es gibt keinen Sandstrand, aber ganz klares Wasser, das über dem Sandboden dunkel - türkis aussieht. Hier kann man wunderbar den Anker fallen lassen und nach Herzenslust schwimmen. Meine ganze Mannschaft ist begeistert und es dauert lange, bis alle einig sind, dass wir weitersegeln können. Diese Südbuchten von Angistri kann man unbedingt empfehlen. Wir bekommen etwas Wind und segeln nach Süden, an Methanon vorbei und dann in die Bucht von Poros hinein. Auch wenn man von Norden kommt, gibt es da vor Poros eine relativ enge Durchfahrt (nichts schweres, aber der Blick nach Poros wird durch einen hohen Berg verdeckt. Ich bin's gewohnt: es gibt eine Diskussion, ob wir so deutlich rechts fahren müssen. Diesmal hab ich Glück: eine Riesenfähre biegt um den Berg, gerade als wir an der engsten Stelle sind, und alle stimmen mir zu, dass es Sinn macht, die Schifffahrtsregeln zu beachten. Wir bekommen einen guten Platz am westlichen Kai und dann fliegt meine Mannschaft aus: die Souvenirshops, Zuckerbäcker und Juweliere ziehen alle ganz gewaltig an. Und für den Abend haben einige ein tolles Restaurant auf halber Höhe des Berges entdeckt, von dem aus man einen faszinierenden Blick über den Hafen und die ganze Bucht hat.
Steine am Ufer, aber tolles Schwimmwasser: die Südbucht von Angistri
mit kleiner Vergewaltigung der Gangway
|
|
Kea
Irgendwie habe ich keine Fotos von Kea, der ersten der Ägäis - Inseln
südlich von Kap Sounion. Vielleicht liegt es daran, dass ich hier schon so
oft war. Jedenfalls ist die Digitalkamera an Bord geblieben. Bei unbewegtem Meer ist meist Sonnenbaden angesagt. Oder auch das Vergnügen, sich bei kleinen Segeln und bis zu zwei Knoten Fahrt hinterher schleppen zu lassen Unser Moses will das dann auch bei Motorfahrt wissen, bringt noch mal einen Festmacher aus und probiert den Spaß bei schnellerer Fahrt. Kleine Korrektur noch mal bei etwa drei Knoten: Es gibt einen kurzen
Zwischenstopp und die Halteleine der Schwimmshorts muss noch mal nachgezogen
werden. Dann geht es weiter und er bricht meinen persönlichen Rekord: so
schnell hab ich noch niemanden hinterhergezogen! Ich verrate es nicht, wo die
Logge stand, aber er hat ganz schön lange ausgehalten und immer gerufen:
"Noch schneller!" ... |
|
Ermioni
Die Überfahrt von Kea zurück dauert natürlich etwas. Deshalb kommen wir
zu spät nach Hydra, der Hafen ist mal wieder gerammelt voll. Jetzt in der
Nachsaison hätte ich damit nicht unbedingt gerechnet, vielleicht ist auch
irgendein Feiertag in Griechenland und viele haben frei und sind deshalb
wieder in diesem idyllischen Hafen.
Aber nur etwa 12 Meilen weiter ist Ermioni, ein ganz kleiner, heimeliger Hafen, den ich (fast) ebenso schön finde. Es ist eng in diesem Hafen, und flach. Mit unserem großen Schiff müssen
wir bis fast an den gegenüberliegenden Steg fahren und den Anker praktisch
zwischen die Fischerboote fallen lassen, oder besser "legen", denn da ist
das Wasser keine zwei Meter tief. Mein Ankermann ist gewohnt, dass immer
erst mal viel Kette mit Getöse ausrauscht. Diesmal macht es nur einmal kurz
"ratsch" und der Anker liegt zwei Meter tiefer auf Grund. Da rätselt er eine
Weile drüber nach, bis ich's ihm erkläre. Auch Ermioni zieht sich ganz lieblich einen Berg (besser Hügel) hoch. Es ist seltsam, dass ich als Skipper regelmäßig der einzige bin, der das merkt, denn hier muss man tatsächlich jedes Mal zum Hafenmeister, und der hat sein Büro mitten im Ort. Meine Mitsegler halten sich hier meist immer in Hafennähe auf oder machen einen Spaziergang auf die Landzunge mit dem Wald. Da gibt es auch einen antiken Hafen, aber das wissen auch meist nur die Navigatoren, weil man für den etwas Abstand vom Ufer halten muss. Von Land aus ist da nicht viel zu sehen.
Wie gesagt, ich mag Ermioni. Ich hab ihn mal entdeckt, als ich das erste Mal zu spät nach Hydra kam. Da war es wirklich schon sehr später Nachmittag und absolut keine Chance, einen Platz zu kriegen, außer in der zweiten Reihe. Da bin ich dann recht schnell weitergefahren (mit Motor, denn da war wieder mal kein Wind) und es hat sich gelohnt. Interessant ist auch, dass hier regelmäßig einer von den "Flying Dolphins" anlegt, meist auf dem Weg von Athen nach Spetsai.
|
|
Am
nächsten Tag "biegen wir um die Ecke" und segeln hoch nach Porto Cheli. Da
schauen wir aber nur kurz in die Bucht, denn hier wollen wir ja erst morgen
sein.
Wir haben noch mal etwas Wind und rund um Porto Cheli treffen wir noch einige Segler, je weiter wir nach Norden kommen, umso weniger werden es. Und dann runden wir den Berg mit der Burg oben drauf und kommen in einen riesigen, aber praktisch leeren Hafen. Mindestens 200 Meter freier Kai! Wir können uns unseren Liegeplatz frei wählen. Nur ganz wenige Segelyachten sind da. Diesmal will der Anker nicht so recht. Erst beim dritten Mal hält er und wir gehen mit dem Heck an den Kai. Komisch, wenn man praktisch keine Auswahl hat, dann kommt man gut in die Lücken und der Anker hält sofort. Wenn man die ganze Länge zur Auswahl hat, scheint man das Manöver nicht ganz so sorgfältig zu fahren. Oder soll ich's doch auf den Ankergrund schieben? Eines meine schlauen Revierbücher schimpft jedenfalls für diesen Hafen über den Ankergrund, und damit wissen wir, warum es erst beim dritten Mal geklappt hat Nauplia
Es gibt schöne große Plätze und ganz enge Gassen und überall kleine Läden mit Andenken, Kunsthandwerk, leckeren Sachen und so fort. Einige der Gassen sind vollgestellt mit Tischen und Stühlen der benachbarten Tavernen, man kann hier ganz gemütlich sitzen und essen und hat doch den Trubel von vielen Spaziergängern und Touristen im Blick. Mir gefällt es hier: der Ort lebt eindeutig vom Tourismus, aber die
machen das hier nicht so übertrieben wie an anderen Stellen.
Ich schaffe es nicht mal hoch zur Burg, unten gibt es genug zu sehen, aber ich denke, ich komme wieder, auch wenn der Hafen etliche Seemeilen außerhalb der normalen Törnrouten liegt (schließlich sind wir hier am nördlichsten Punkt des Argolischen Golfs)
|
| Porto Cheli Für
den letzten Tag haben wir ja nur eine kleine Strecke vor uns. Deshalb planen
wir, noch einmal eine schöne Badebucht anzusteuern. Wir entscheiden uns für
eine der Buchten nördlich von Porto Cheli. Aber erst mal geht es los, weil
der Wind weg ist, unter Motor.
Und dann spielt wieder unser Moses die Hauptrolle. Morgen ist Ende des Wochentörns und da kommt natürlich die Idee auf, das Schiff sauber zu machen. Bald sind Schrubber und Pütz an Deck und der Moses holt fleißig Wasser hoch. Ich hab zwar schon mal gezeigt, wie das richtig geht, aber bei dem Wetter muss man ja nicht so gut aufpassen. Und schon passierte es: der Eimer fasst eine volle Ladung und so richtig festgehalten hat sich Benedikt wohl nicht: unser Moses folgt dem Eimer. Schnell fahren wir den Kreis, sind sofort wieder bei ihm und holen ihn über die Badeleiter an Deck. Und er hat tatsächlich auch immer noch den Eimer in der Hand! Toll! Da macht man 18 Jahre Segelunterricht und Ausbildungstörns, und jetzt ist wirklich das erste Mal, dass mir jemand unfreiwillig über Bord geht. Bei totaler Flaute! Und zum aller ersten Mal in meinem Leben fahre ich das tausendmal gezeigte und geübte Manöver wirklich ernsthaft: Mann über Bord. Natürlich ist nichts passiert. Schwimmen kann er (hat er ja schon
bewiesen), den Eimer hat er auch gerettet. Nur mit dem Fuß ist er irgendwo
hängen geblieben, da ist eine kleine Schramme. Nun, seine Mutter ist ja auch
an Bord, und bevor
Die Ankerbucht erweist sich als echter Knaller. Navigatorisch etwas anspruchsvoll mit all den Klippen und Steinen im Wasser, aber dann eine Bucht mit Platz für einen einzigen Ankerlieger ( nebenan ist noch so eine Bucht ) und feiner sauberer Sand am Strand. Der Anker hält sofort. Alle schwimmen noch einmal ausgelassen in dem sauberen Wasser umher und auch der Schlaucher hat noch mal einen großen Einsatz. Abends in Porto Cheli wandern wir durch den Ort. Wir finden ein Restaurant, wo wir die Rettung unseres Mannschaftsmitgliedes feiern können und das Ende eines schönen und interessanten Törns. Wenig Wind gab es insgesamt, aber dafür auch wenig Regen. Der September als Segelmonat für Griechenland ist mehr als akzeptabel. Der Spaziergang durch den Ort führt uns auch zum Fährbüro. Denn meine
Mannschaft fährt ja morgen wieder mit der Schnellfähre nach Athen ( wegen der
guten Fährverbindung haben wir Porto Cheli als Hafen für den Crewwechsel
ausgesucht ). Die Tickets sind schnell gekauft. Irgendwie schaffen die es,
Plätze auf zwei verschiedenen Fähren zu bekommen, die mit nur etwa 10
Minuten Unterschied abfahren. Aber egal, Hauptsache, die kommen nach Athen
und zum Jet. Von Stefan weiß ich übers Handy, dass der Taxistreik längst
vorbei ist und für morgen auch kein neuer geplant ist. |
|
Abschied
Irgendwann ist so ein Törn dann zu Ende. Das geht ganz plötzlich. Man macht
fest, und dann weiß man plötzlich: "Das war das letzte Mal. Diesen Knoten
wird eine andere Mannschaft wieder öffnen." Dass die dabei an meiner neuen Mannschaft vorbeigelaufen sind, die mit mir das Schiff wieder nach Athen bringen will, haben die in der Hektik vielleicht nicht mal richtig gemerkt... Das war ein sehr persönlicher Törnbericht. Konsequent in der Ich-Form. Und meist nur mit dem, wie ich selbst den Törn erlebt habe. Den Törnbericht von der Rückfahrt will ich etwas anders schreiben (wegen der Abwechslung). Aber das ist eine andere Geschichte und soll unter einem anderen Link erzählt werden. Meiner Mannschaft sage ich ein herzliches Dankeschön fürs Mitsegeln und für all die neuen Erfahrungen, die ich mit dieser Crew sammeln durfte.
|
Schauen
Sie in regelmäßigen Abständen auf Wir
veröffentlichen an dieser Stelle
|
|
|