Mit Jason durch die Sporaden
Segeltörn 2005

 

 

Ein Törnbericht von Inge und Herwig Hertel

Wo sonst gibt es so malerische Häfen und versteckte Traumbuchten in einem so abwechslungsreichen Segelrevier?

 

„Sporádes“ , d.h. die Zerstreuten  nannten seekundige Griechen die Inseln vor der Küste
Thessaliens. Die Nordsporaden, eine Gruppe von  10 größeren mit vielen vorgelagerten Inseln
sind bis zu 700 m hohe Felsformationen ( Schiefer und Marmor ) südlich der
Halbinsel Halkidiki und östlich von Volos.

Die überwiegende Zahl der Inseln ist unbewohnt und bildet den Meeresnationalpark
 „Nördliche Sporaden“.

Unter den 4 bewohnten Inseln Skíathos, Skópelos, Alónnisos und Skýros ist Skíathos die
Metropole mit  Flughafen und allen üblichen Einrichtungen des internationalen Tourismus.

Blick auf Skíathos

 

Hier an der Steganlage des neuen Hafens finden wir unter zahlreichen Charteryachten unsere
schöne „ELENA“, eine 42er Jeanneau, die wir bei Jason-Charter in Büttelborn
gebucht hatten.

 Inge prüft die „ELENA“, die uns eine Woche lang beherbergen soll.

 

Der Crew-Wechsel findet am Mittwoch, den 4.Juni 2003 statt, weil es nur mittwochs
Direktflüge von Deutschland nach Skíathos gibt.

Nach einem Schlummertrunk bei „Fresh“, offenbar dem Treff deutscher Segler direkt an der Hafenpromenade werden wir in den geräumigen Kojen der „ELENA“ in den Schlaf geschaukelt.

Am nächsten Morgen erfahren wir von Wolfgang*, unserem Skipper, dass wir die
einzigen Mitsegler sind und folglich der Kurs nach unseren Wünschen abgesetzt wird.

Das ist natürlich Theorie; denn Wolfgang erweist sich sehr bald nicht nur als souverän in der
Handhabung des Schiffes sondern auch als hervorragender Kenner des Reviers mit
seinen Fallwinden, Häfen und Ankerplätzen.

Nach dem Proviantkauf in Supermarkt machen wir los, wobei die Tücken der Ankerwinde
zu Tage treten.

Die eingeholte Kette muss nämlich immer schön von Hand in den Kettenkasten gelegt werden,
damit sie nicht mehr wie beim ersten Versuch blockiert.

Um 13:30 Uhr passieren wir die Hafenmole von Skíathos mit

Kurs auf Skópelos. Die ca. 6 Meilen entfernte Nachbarinsel scheint mit ihrem fast 700 m hohen
Berg Delfi zum Greifen nahe.

Um nach Skópelos / Stadt an der Nordseite zu gelangen, müssen wir  die südliche
Steilküste umfahren.

Hier zwischen den Inseln Skópelos und Alónnisos empfängt uns der durch die Düsenwirkung 
verstärkte Nordwind und eine entsprechend höhere See. Aber weit beeindruckender ist der Panoramablick auf die zwischen den Inseln liegenden allmächtigen Felsbrocken
Agios Georgios und Mikro.

Blick auf die Bucht von Skopelos / Stadt mit vorgelagertem Felsen ( links )

 

Unter Maschine ist die Sun Odyssey 42.2 im Schnitt 6,5 Knoten schnell
und demnach nicht gerade eine Rennziege.

„ Eher eine Kampfschnecke“,  ist hierzu Wolfgangs Kommentar mit Anspielung auf den bauchigen
Rumpf des Schiffes und der daraus resultierenden hohen Formstabilität.

Nach 3 Stunden machen wir im Hafen von Skópelos fest.

Wasser und Eis bestellt Wolfgang per Handy.

Wolfgang kommuniziert mit dem Eismann

 

Skópelos gehört zu den schönsten Inseln Griechenlands und Skópelos / Stadt mit seinen engen Gassen zwischen den weiß getünchten Häusern und vielen Kirchen ist ein einziges Baudenkmal.

An der neuen Hafenmole vo Skópelos

 

Kirchen und Klöster wohin man sieht

 

Hafenpromenade von Skópelos

 

Unter den Platanen der Hafenpromenade finden wir das Restaurant „Klimataria“, wo wir abends mit Fischspezialitäten verwöhnt werden.

Das Ziel des nächsten Tages ( Freitag ) ist die Bucht Ormos Kira Panagia an der Südküste der heute unbewohnten Insel Pelagonisi. Die Fahrt dorthin geht zunächst durch die enge Passage zwischen den Inseln Alónnisos und Peristéra, wo es infolge der Abdeckung durch die 300 bis 400 m hohen Berge
eher ruhig zugeht. Am Ende dieser Passage sehen wir das 3 Meilen entfernte Pelagonisi klar voraus und dazwischen genau so klar die weißen Schaumkronen der durch den Düseneffekt bewegten See.

Hinter einer kleinen Insel finden wir in der Südbucht von Pelagonisi einen sicheren Ankerplatz

 

 Eine traumhafte Badebucht wird unser Ankerplatz für die Nacht.

Am folgenden Samstag geht es "Downwind" unter Segeln zurück nach Skópelos.

Segelfreuden pur vor Peristéra

 

Da wir die nächsten zwei Nächte wieder in Buchten ankern wollen, müssen wir
reichlich Wasser, Eis und Proviant bunkern.
Abends geht es in das legendäre Finikas Restaurant in der oberen Altstadt.

Inge und Wolfgang beim Provianteinkauf

 

Der Sonntag bringt uns zurück zu Südbucht von Pelagonisi, wo diesmal der 40kg schwere Anker nicht gleich richtig fassen will.Erst beim 3. Mal findet er sicheren Halt.
Wolfgang ist zufrieden und Herwig um einige Ankererfahrungen reicher.

Ankern in der Pelagonisi - Südbucht

 

Das verlassene Kloster und die Nordbucht sind unsere Ziele am Montag.
Das Kloster, besser gesagt das Klösterchen Génesis tís Theotóku ist an der östlichen Steilküste Pelagonisis 80 m über dem Meer gelegen und heute angeblich unbewohnt.

Auf Kurs zur Órmos Monastíri

 

Der letzte Mönch hat die Insel vor 10   Jahren verlassen.Wir ankern in der kleinen Bucht
Órmos Monastíri, in der man wegen des starken Schwells nicht ruhig liegt.

Im Ormos Monastíri

 

Der Aufstieg erfolgt über 70 Stufen und einem steilen Pfad.

Das verlassene Kloster auf Pelagonisi

 

Klosterkirche mit Zitronenbäumen

 

Im Kloster ist kein Mensch zu sehen. Trotzdem hat man den Eindruck, nicht allein zu sein,
vielleicht wegen den frisch geflückten Zitronen oder den  gegossenen Blumen.

Ölmühle im verlassenen Kloster

 

Wir verlassen den unruhigen Ankerplatz und steuern nördlich zur Órmos Limin Planitis, dem alten Seeräuberversteck im Norden Pelagonisis. Vor der schmalen und nur 6 m tiefen Einfahrt steht immer
auch bei wenig Wind beeindruckender Seegang. Umso ruhiger liegt man in den beiden vom hohen Gebirgen umgebenen Ankerbuchten. Wieder haben wir eine Bucht für uns allein.

Ankern im Ormos LimiPlanitis

 

Am letzte Tag ( Dienstag ) haben wir mit der Rückfahrt nach Skíathos die größte Etappe zu bewältigen. Um 10:30 Uhr verlassen wir den Ankerplatz, laufen östlich an Peristéra vorbei Richtung Skópelos,
um von der Südspitze von Spópelos Skíathos direkt anzusteuern.
Die Fahrt dauert 6 Stunden. Zwischendurch gibt es Aufregung an Bord, weil wir wir eine Zeit lang von zwei Delfinen begleitet werden.

Vor Skíathos sieht man häufiger kreuzende Segelyachten

 

Die Crew in Hafencafé Fresh am Ende der Reise

 

 

 

 *) Wolfgang Stache, Inhaber der Firma Jason-Charter in Büttelborn, dem wir an dieser Stelle für das gute Gelingen des Segelurlaub ganz herzlich danken möchten.

 

 

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